Krankheiten

TOXOPLASMOSE

Die Toxoplasmose ist eine Erkrankung, die bei der Katze in der Regel ohne Krankheitserscheinungen verläuft, jedoch durch ihren Zoonosecharakter (=Erkrankung die vom Tier auf den Menschen übertragen wird) eine hohe Bedeutung hat.

Entwicklung der Krankheit:

Der Erreger - Toxoplasma gondii ( ein Einzeller der zu den zystenbildenden Kokzidien gehört) wird durch den Mund aufgenommen und gelangt nachdem er die Darmwand durchdrungen hat über die Lymph-oder Blutbahn in die verschiedenen Organe und Gewebe. Hier beginnt der Vermehrungszyklus in kleinen Bläschen. Wenn der Körper mit der Bildung von Antikörpern beginnt bilden sich Zysten. Ab dem 18. ten Tag nach Aufnahme der Toxoplasmen gelangen wieder zahlreiche neue Erreger über den Blutweg in den Darm und werden dort wieder ausgeschieden. Im feuchten Erdreich oder Sand bleibt der Erreger 18-24 Monate infektonsfähig.

Symptome:

Die Vermehrungsphase im Darm verläuft bei der adulten Katze in der Regel symptomlos. Selten treten leichte Verdauungsstörungen mit Durchfall auf. Eventuell kann es zu Fieber und Schwellung der Lymphknoten des Halses kommen. Bei Jungtieren kann es zu Fieber, Husten, Atemnot, Lethargie, Lungenentzündung, und Lähmungserscheinungen aufgrund einer Muskelentzündung, bzw. eine Enzephalitis kommen. Oft tippen Tierärzte daher auf FIP - ein tödlicher Irrtum!
Weiteres Anzeichen könnten Hepatitis (Leberentzündung) die sich durch Gelbsucht, Durchfall und Erbrechen bemerkbar machen kann, aber auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder eine Vergrößerung der Lymphknoten Auch kann es zu Persönlichkeitsveränderungen, Stressreaktionen bei Berührungen, Blindheit und Koordinationsstörungen und Problemen bei der Nahrungsaufnahme kommen.

Diagnose:

Nachweis des Erregers im Kot, oder aber im Blut der Katze (frühestens 18-24 Tage nach der Infektion möglich).
Einen Toxoplasmose-Titertest kann jedes größere Labor anfertigen. Der Titer kann bei einer akuten Erkrankung unauffällig bis sehr hoch sein. Daher sollten bei Verdacht auf Toxoplasmose mehrere Test gemacht werden um den Titerverlauf in den folgenden drei - vier Wochen verfolgen zu können.

Behandlung:

Es sollen gute Erfahrungen mit der Verabreichung von Sulfonamiden und Pyrimethamin (Achtung, zu hohe Dosis kann toxisch sein !!!) vorliegen. Eine andere Möglichkeit wäre eine Behandlung mit Clindamycin. Es gibt auch die Möglichkeit einer Kombitherapie mit: Folinsäure, Pyrimethamin,Sulfadiazin - hier sollte man den Tierarzt entscheiden Eine Infektion erfolgt nicht ausschließlich über rohes Fleisch oder Beutetiere, sondern z.B. durch Graben und Spielen in durch Katzenkot verseuchter Gartenerde. Die meisten Katzen mit Freigang und roh ernährte Katzen haben bereits Kontakt mit den Einzellern gehabt und eine Art Immunität entwickelt. Daher wäre eine Erstinfektion während der Trächtigkeit eher selten. Eine plazentare Übertragung wird bei Katzen eigentlich weitestgehend ausgeschlossen. Die Kitten könnten sich jedoch nach der Geburt über den Analbereich/Kot der Mutter infizieren. Aber auch hier wird ein stabiles Immunsystem wahrscheinlich einen symptomlosen/symptomarmen Verlauf der Toxoplasmose sorgen.

Bedeutung für den Menschen:

Nach der Geburt verläuft die Infektion beim Menschen symptomlos – eventuell mit grippeähnlichen Symptomen. Wirklich gefährdet sind Frauen in der Schwangerschaft, wenn sie noch keine Toxoplasmen Infektion durchgemacht haben, also serologisch negativ sind. Und zwar zerstört hier der Erreger Teile des Zottenepithels der Plazenta. Dadurch erfolgt eine Übertragung des Erregers auf die Frucht und schädigt diese. Im ersten Drittel der Schwangerschaft kommt es bei einer Infektion zu Fehlgeburten durch Fruchtschädigung. Im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft kommt es zu Frühgeburten und Mißbildungen, je nach Stärke des Auftretens der Toxoplasmen.

Vorbeugende Maßnahmen zur Verhütung eine Infektion:

-) Verzicht auf rohes Fleisch, auch kein Abschmecken von Speisen bei der Zubereitung
-) gründliches Händewaschen nach der Manipulation mit rohem Fleisch, nach der Gartenarbeit, nach dem Berühren der Katze, nach dem Sandspielen, vor jedem Essen
-) gründliches Waschen von Fallobst und rohem Gartengemüse vor dem Verzehr
-) tägliche Reinung der Katzentoilette (nicht durch Schwangere)
-) gegebenenfalls Behandlung der Oozystenausscheidenden Hauskatze

 

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