FIP = Feline infektiöse Peritonitis
Krankheitsbild/Verlauf:
Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) ist eine durch das Feline Coronavirus ausgelöste sporadisch auftretende Virusinfektion, die ausschließlich Katzen befällt.
Diese Erkrankung ist diagnostisch nicht einfach, verläuft meist tödlich, ihre Biologie ist ungeklärt und ihre Verhütung schwierig!
FIP wird durch das spontane Mutieren des an sich harmlosen felinen Coronavirus (FCoV) verursacht. An FIP erkranken in einem Bestand nie alle Katzen, sondern immer nur ein oder zwei Tiere - besonders Jungtiere im Alter zwischen vier Monaten bis zwei Jahren.
Mögliche Symptome:
Fressunlust, leichte Erhöhung der Körpertemperatur, verminderte Aktivität, Augenprobleme (Entzündungen/entzündliche Ablagerungen), Störungen des Zentralnervensystems, Gewichtsverlust und Gelbfärbungen der Schleimhäute/Haut
Es kann nach Auftreten der ersten Krankheitssymptome zu einer Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle kommen. Der Krankheitserlauf kann jedoch auch ohne dieses Merkmal stattfinden - hier spricht man von der sogenannten "trockenen FIP". Der Verlauf der Erkrankung bis zum Tod kann über mehrere Wochen gehen.
Bislang gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten. Erkrankte Katzen sollten bei abgesicherter Diagnose vom Tierarzt spätestens im Endstadium erlöst werden!
Übertragung:
Infektionen mit FCoV sind bei Katzen weltweit verbreitet! Coronaviren sind meist harmlos und and die Vermehrung im Darm angepasst. Man geht davon aus, dass vorallem in Tierheimen, Tierpensionen, Mehrkatzenhaushalten und Zuchten über 90 % der Katzen mit dem harmosen FcoV infiziert sind. Lediglich bei 5% der infizierten Katzen mutiert das Virus zum tödlichen FIP-Virus.
FCoV werden meist direkt von Katze zu Katze übertragen. Allerdings erfolgt auch eine indirekte Übertragung durch gemeinsames Benutzen der Katzentoilette, Schlafkörben etc..
Nach der Infektion kann sich das FCoV im Darm und in der Lunge festsetzen - dieses geschieht in der Regel ohne das Auftreten von Krankheitssymptomen. Katzen können die über Monate hinweg mit dem Kot FCoV ausscheiden. Dauerausscheider von FCoV können pro Gramm Kot bis zu einer Million mal mehr FCoV aufweisen als gelegentliche Ausscheider. Daher führt die gemeinsame Benutzung von Katzentoiletten von Dauerausscheidern und gelegentliche Ausscheidern bei den Letztgenannten zu einem erhöhten Infektionsdruck.
Jungtiere werden häufig im Alter von über sechs Wochen mit FCoV infiziert. Die Infektion kann dabei über die eigene Mutter als auch durch andere Tiere des Bestandes stattfinden.
Wann und unter welchen Umständen FCoV-Mutationen stattfinden, die zur Entstehung der FIP führen, ist noch nicht ausreichend geklärt. Vermutetlich kann jede Art von Stress und Vorerkrankungen das Ausbrechen einer FIP-Erkrankung forcieren. Auch leigt die Vermutung nahe, dass bestimmte Linien/Katzenstämme eher an FIP erkranken als andere. Eine genetische Disposition kann also nicht sicher ausgeschlossen werden.
Diagnose:
Für die FIP-Diagnose wird häufig der Corona-Titer im Blut der Katze bestimmt.
Es gibt zwar einen Zusammenhang zwischen Antikörpertiter und der Post-mortem-Bestätigung einer FIP, der prognostische Unterschied zwischen Titern von <100 und >1000 ist jedoch ziemlich wertlos. Etwa die Hälfte der untersuchten Tiere, die gesund blieben, zeigten dieselben hohen Titerwerte wie die gefährdeten Katzen. Die Serologie unterscheidet eben nicht zwischen harmlosen und FIP-verursachenden Mutanten des FeCV, sie zeigen nur eine irgendwann einmal stattgefundene (und in vielen Fällen noch vorhandene) Infektion. Es gibt keinen Test - weder für die Praxis noch im Forschungslabor - der zwischen virulenten FIPV- und avirulenten FeCV-Varianten zu unterscheiden vermag. Auch die von manchen Firmen angepriesenen neuen PCR-Tests halten diese Versprechen nicht, wie immer sie es auch formulieren mögen.
Es kann lediglich eine Tendenz vom Corona-Titer abgeleitet werden - jedoch nur im Zusammenhang mit den Blutparametern:
-> Titer < (kleiner als) 1:100 = FIP unwahrscheinlich
-> Titer zwischen 1:100 und 1:400 und weniger als 4 Blutparameter = FIP unwahrscheinlich
-> Titer zwischen 1:100 und 1:400 und mehr als 4 Blutparameter = FIP wahrscheinlich
-> Titer > 1:400 und mindestens 3 Blutparameter = FIP wahrscheinlich
(Achtung: im Endstadium kann der Titer gegen 0 gehen!)
Zu bestimmende Blutparameter:
z.B. Hämatokrit (erniedrigt), rote + weiße Blutkörperchen (erniedrigt), Hämoglobin (erniedrigt), Stabkernige ( Kernlinksverschiebung der weißen Blutkörperchen - erhöht), Thrombozyten erhöht,...
PCR-Tests:
In spezialisierten Laboratorien ist es möglich, das FCoV mit der PCR-Methode nachzuweisen. Allerdings kann momentan noch nicht zwischen dem harmlosen FCoV und den tödlichen FIP-Viren unterschieden werden. Da die Coronaviren der Katze sehr weit verbreitet sind, kommen positive PCR-Tests nicht nur bei an FIP erkrankten Katzen, sondern auch bei vielen gesunden Tieren vor. Daher kann die PCR-Methode zur Diagnose eines FIP-Erkrankung nicht herangezogen werden.
Impfung:
Die momentan zur Verfügung stehenden Impfstoffe sind in ihrer Wirkungsweise und eventuellem Auftreten von Nebenwirkungen unzureichend und daher nicht zu empfehlen!
Maßnahmen zur Infektionskontrolle:
Die Anzahl der Zuchttiere in Zuchtgruppen sollten nicht zu hoch werden, da damit der Stresspegel steigt – Vergesellschaftung in kleineren Gruppen ist empfehlenswert. Katzentoiletten in ausreichender Größe mit genügend Streu müssen in möglichst hoher Anzahl zur Verfügung stehen und immer gut gereinigt werden. Speziell der Kot muss mehrmals täglich entfernt werden. Insgesamt sollte auf Hygiene geachtet werden - Liegeplätze etc. regelmäßig reinigen/waschen und auch alle Näpfe sollten mindestens einmal täglich mit Wasser und Spülmittel gereinigt werden.